degefest-TrendAnalyse2012

degefest-TrendAnalyse „Kundenerwartungen 2012“: Jeder zehnte Kunde sieht Fehler im Management

Veranstaltungszentren müssen trotz Herausforderungen in Bezug auf sinkende Budgets, steigender Zeitknappheit und Erwartungen noch aktiver auf die Kundenbedürfnisse eingehen. Fast jeder zehnte Kunde moniert fehlerhafte Abläufe der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen in ihren Häusern. Dies ist das Ergebnis der diesjährigen degefest-TrendAnalyse "Kundenerwartungen in der Veranstaltungswirtschaft", für deren regelmäßige Durchführung seit Jahren Prof. Dr. Jerzy Jaworski von der Hochschule Heilbronn verantwortlich ist.

Das in der Branche beliebte Konjunkturbarometer erfasst und vergleicht sowohl eine Selbstbeurteilung seitens der Veranstaltungshäuser als auch die Erwartungen der Kunden. "Dieser dabei entstehende Bewertungsrahmen ist das Resultat einer Datenreihe, die wir in einer Längsschnittstudie alljährlich neu erfassen", erklärt Prof. Jaworski die Markterhebung. Somit werden Trends und brachliegende Potentiale in der Kundenansprache identifiziert.

Aufgeteilt in die Untersuchungsbereiche Dienstleistungen, Technik, Motive der Teilnahme an Veranstaltungen, Finanzmanagement, Herausforderungen und Green Meetings, deckt die diesjährige degefest-TrendAnalyse alle relevanten Themenkomplexe ab. "Unser Anspruch ist es, Impulse für aktuelle Fragen und Lösungen im Eventmarketing zu geben, mit Hilfe derer sich unsere Mitglieder noch besser für den Wettbewerb um den Kunden rüsten können", beschreibt Jörn Raith, degefest-Vorsitzender die Intention hinter der Studie.

Bei einem der diesjährigen Schwerpunkte sind sich Kunden und Veranstaltungszentren jedenfalls weitestgehend einig. Green Meetings werden zukünftig an Wichtigkeit gewinnen, allerdings ist man sich hinsichtlich der genauen Ausdifferenzierung  uneins. Während den Kunden z.B. Räume mit Tageslicht wichtig sind, schätzen die Veranstaltungshäuser eine Aufrüstung digitaler Informationen als wichtigsten Zukunftsfaktor ein. Des Weiteren werden Dämmung und umweltfreundliche Technologien als zukunftsweisend tituliert. Der Green-Meeting-Gedanke ist in den Unternehmensphilosophien hingegen noch nicht stark institutionalisiert: Bei 48% der Umfrageteilnehmer gibt es kein ökologisches Nachhaltigkeitskonzept. Darüber hinaus ist ein Großteil gängiger Nachhaltigkeitszertifizierungen unbekannt.

Eklatante Unterschiede in der Wahrnehmung treten zudem insbesondere im Bereich der Dienstleistungen auf: One-Face-Communication und die qualitativ hochwertige Konzeption eines Events sind für die Unternehmen selbst von deutlich geringerer Bedeutung als für das Veranstaltungszentrum. Überhaupt schätzen die Veranstaltungshäuser die Wichtigkeit von Dienstleistungen im Durchschnitt wesentlich höher ein - und dies betrifft durchweg den Planungs-, Durchführungs- und Nachbereitungszeitraum. Sehr oft werden im Vorbereitungsgespräch mit dem Kunden Dienstleistungen vom Veranstaltungshaus ausgelobt, die von Kunden weder gefragt noch als wichtig eingeschätzt werden - und das kann zu einer Missstimmung bzw. zu den Missverständnissen führen. Hier gilt es verstärkt den Fokus auf die Wünsche der Kunden zu richten, um nicht am Marktgeschehen vorbei zu agieren.

Dagegen gleichen sich die Meinungen hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung von technischen Einrichtungen, dem Finanzmanagement inklusive der Erwartung von moderaten Preissteigerungen sowie den künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen. Dennoch sind selbst hier Nuancen unterschiedlicher Betrachtungsweise vorhanden, die sich in der Jahresbilanz negativ niederschlagen können.

Nicht umsonst beanstandet fast jeder zehnte Kunde, dass nur 20-40% seiner Veranstaltungen fehlerfrei ablaufen. "Wir können den Veranstaltungshäusern keine Lösungen diktieren. Die Schlüsse aus dieser umfangreichen Präsentation sollte jedes Haus wirklich für sich selbst ziehen", sagt Prof. Jaworski, "wirtschaftlich stabile Veranstaltungszentren nehmen die Anregungen ihrer Kunden ernst und richten ihr Veranstaltungsmanagement nach ihnen aus. So wird eine Art Perpetuum mobile der Profitabilität mit dem einfachsten Mittel, nämlich Zuhören, geschaffen."

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